Samoa bis heute

Meine Liebsten, seit meinem letzten Eintrag sind nun zwei Monate vergangen und dafür entschuldige ich mich. Es ist super viel passiert und ich war so sehr mit mir selbst beschäftigt, dass ich den Blog einfach vergessen habe.
Um all die Dinge ein wenig chronologisch zusammenfassen zu können, wird das ein langer Eintrag, nur dass ihr vorgewarnt seid


Nach Samoa bin ich für zwei Wochen wieder zurück ins Frienz-Hostel. Da ich nicht so richtig wusste, was ich machen sollte und so wenig Geld wie möglich ausgeben wollte, habe ich in den zwei Wochen im Hostel geputzt, um nicht für meine Unterkunft bezahlen zu müssen. Das war eine ganz spannende Erfahrung, denn in den Monaten vorher, habe ich die Cleaner immer nur dabei beobachtet, wie sie um uns sauber machen und war ein bisschen genervt. In den zwei Wochen war es dann genau anders herum. Es war echt unangenehm den Leuten zu sagen, dass sie nun in diesem Moment bitte ein anderes Badezimmer benutzen müssen, weil ich hier gerade sauber mache. Aber so insgesamt war es ganz entspannt, ich hatte was zu tun und konnte mit zwei Wochen Hostel sparen.
Da Elli zwei Tage vor mir ihren Road-Trip begonnen hat, stand der erste große Abschied bevor. Es war wirklich merkwürdig, sich nach so langer Zeit, die wir zusammen verbracht haben, das letzte Mal zu umarmen. Wir wussten beide, dass uns noch viele Abenteuer bevorstehen. Trotzdem war es irgendwie traurig.
Doch viel Zeit blieb ja auch mir nicht mehr in Auckland, denn Marina und Nicole waren ja schon im Flieger nach Neuseeland. Also habe ich mich Freitag früh um 5 mit Sack und Pack auf den Weg zum Flughafen gemacht, um die beiden abzuholen. Ich war erstmal geschockt, wie viel schwerer mein Rucksack war und wie viel Zeug sich in den vergangenen 4 Monaten angesammelt hat. Am Flughafen habe ich dann ganz ungeduldig die Tafel angestarrt, den Flug gesucht und einfach gewartet. Als ich die beiden dann gesehen habe, sind mir erstmal Tränen in die Augen geschossen. Es war so schön meine Schwestern endlich wieder in den Arm nehmen zu können und vor allem wieder in den Arm genommen zu werden. Als wir den Flughafen erstmal verlassen haben, haben wir das Auto abgeholt und sind zu unserem ersten Hotel gefahren. Es gab so viel zu erzählen, ich wusste gar nicht wo ich anfangen sollte. Wir haben erstmal einen Kaffee getrunken.
Den ersten Tag haben wir in Auckland verbracht, wir sind an meinen Lieblingsstrand gefahren, auf den Mt Eden gelaufen und die ersten Supermärkte unsicher gemacht. Relativ fertig sind wir dann auch schon früh ins Bett gegangen, es war ein langer Tag für uns alle.
Am nächsten Morgen sind wir dann nach Taupo gefahren. Dort war ich in einem Hostel und die beiden Mädels in einem Hotel gleich um die Ecke. Nach dem ganzen Einchecken sind wir ein bisschen durch Taupo gelaufen, zu einem Wasserfall und haben die Natur genossen. Abends haben wir bei mir im Hostel gekocht und sind auf einen letzten Drinks ins Hotel der beiden gegangen.
Schon relativ früh am Morgen sind wir dann zu den Waitomo Glowworm Caves gefahren. Wir haben eine Drei-Höhlen-Tour gebucht. Die ersten zwei waren für mich irgendwie zu langweilig, es ging hauptsächlich um Tropfsteine. Aber in der dritten war es dann wirklich sehr cool, Millionen von Glühwürmchen saßen an den Wänden und an der Decke. Das war sehr beeindruckend und die abschließende Bootsfahrt im Stockdunklen umgeben von den Glühwürmchen war einfach nur schön. Es gab dann wieder ein schnelles Abendessen bei mir im Hostel und dann ist jeder seiner Wege gegangen denn ich muss gestehen, dass ich das kostenlose W-Lan in meinem Hostel unbedingt ausnutzen wollte.
In Taupo sollte man auf jeden Fall im Tongario Nationalpark gewesen sein und das war unser Plan für den kommenden Tag. Leider war Nicole gesundheitlich echt nicht so richtig fit, sodass Marina und ich allein los gelaufen sind. Wir haben uns für einen Zwei-Stunden-Walk entschieden und sind an einem wirklich schönen Wasserfall angekommen. Nach ein paar Fotos und einer kurzen Lunchpause sind wir dann wieder zurück zum Auto haben uns auf den Heimweg gemacht. Nachmittags sind wir dann noch einmal durch den Ort gelaufen und waren anschließend im Restaurant essen.
Next Stop:Wellington. Als wir in der Hauptstadt angekommen sind haben wir uns erstmal über unsere schöne Unterkunft gefreut und das allerbeste war, dass ich einen ganzen Raum nur für mich hatte,das erste mal, seitdem ich Deutschland verlassen habe. Ich war so glücklich darüber und habe es total genossen, einen Film ohne Kopfhörer schauen zu können. Morgens bin ich dann zu meinen zwei liebsten Schwestern ins Bett gekrochen und habe ihr Anwesenheit einfach genossen. Beim Frühstück mit einer wahnsinnigen Aussicht über den Ozean haben wir dann mit unserer "Gastmutter" geschnackt und entschieden, was wir mit dem Tag anfangen wollen. Wir sind dann zu den Weta-Caves gefahren und haben und ein kleines Herr-der-Ringe-Museum angeschaut, dann sind wir auf den Mt Victoria gefahren, haben die Aussicht über ganz Wellington genossen, sind noch ein bisschen gelaufen und haben versucht Robben zu sehen, doch dafür war es noch zu früh. Gut fertig sind wir dann noch fix einkaufen gewesen und haben es bei mir im Zimmer gemütlich gemacht. Am nächsten Morgen sind wir dann in Richtung Zealandia aufgebrochen. In dem riesigen Park sollte es allerlei Vögel geben, die wir leider nicht gesehen haben. Trotzdem war es schön so durch das tiefste Grün mitten in der Stadt zu laufen. Mit einem Kaffee habe wir den Tag ausklingen lassen. Und dann mussten wir auch schon wieder packen.
Am Freitag morgen ging es mir gar nicht gut, denn ich wusste, dass der Abschied ansteht. Im Auto zum Hostel ist mir klar geworden, dass ich ein ganz neues Kapitel beginne. Neue Stadt, keine Freunde und kaum Geld auf dem Konto. Für mich war es das erste mal, dass ich tatsächlich an einen Ort komme, wo ich niemanden kenne und ganz von vorn anfange. Jobsuche, Menschen kennenlernen und überhaupt erstmal klar kommen. Als wir am Hostel angekommen sind und mein Rucksack auf dem Boden stand konnte ich mich nicht mehr zusammen reißen und habe tierisch angefangen zu weinen. Die Vorstellung, dass Marina und Nicole einfach fahren und ich bleibe war einfach furchtbar. In den gesamten 5 Monaten hatte ich so gut wie kein Heimweh und mir ging es echt gut, doch "zu Hause" vor mir stehen zu haben und verabschieden zu missen hat sich einfach nicht richtig angefühlt. Naja, die beiden sind dann aber trotzdem gefahren und ich habe mich einfach elend und schrecklich allein gefühlt. Um mich irgendwie abzulenken habe ich mich dann erstmal daran gemacht, meinen Lebenslauf zu ergänzen und zu drucken, denn wie schon erwähnt, ich war so richtig pleite. Nachdem ich mein Hostel für die erste Woche bezahlt habe, hatte ich noch 5,43$.
Zu meinem Glück war genau in diesem Hostel genau an diesem Tag auch Sarah. Mit Sarah habe ich mir in Auckland für fast 6 Wochen ein Zimmer geteilt, sodass ich doch erstmal jemanden hatte, mit dem ich reden konnte und mich somit ein bisschen abgelenkt habe. Mit Sarah bin ich dann auch erstmal einkaufen gegangen und habe mir so erstmal einen Überblick über Wellington machen können.
Beim Abendessen habe ich in der Küche dann auch Julia kennengelernt. Sarah ist dann am nächsten Morgen weiter gezogen und ich habe mich ein aufraffen können, mal zu ein paar Restaurants zu gehen und meinen CV abzugeben. Ich brauchte schließlich wirklich dringend einen Job. Am Sonntag habe ich kurzer Hand Julia gefragt, ob sie mitkommen wollte und zu meinem Glück hatte sie nichts besseres zu tun gahabt und ist mit mir los gelaufen um noch weitere CV's zu verteilen. Wir haben uns auch richtig gut verstanden, was noch viel schöner war.
Am Montag habe ich dann einen Anruf von einem Restaurant und wurde direkt zum Interview eingeladen. Total motiviert habe ich mich dann kurz vor 3 auf den Weg zum Restaurant gemacht und hatte auch ein super Gespräch mit dem Boss, der mich dann direkt zum Probenarbeiten da behalten hat. Die Arbeit hat mir super Spaß gemacht und ich habe mich auch scheinbar gut angestellt, denn ich hatte direkt am Dienstag meinen ersten offiziellen Arbeitstag.
Kellnern in dem Restaurant war noch einmal ganz anders als in Auckland und ich musste ersteinmal eine Menge lernen, doch nach ein paar Tagen war ich echt gut. Sowohl die Kunden als auch mein Boss haben mir super viel positives Feedback gegeben.
Im Hostel habe ich festgestellt, dass ich es sogar ziemlich genieße ganz allein zu sein. Ich habe .ich ab ind zu mal mit Julia getroffen, aber sonst echt viel Zeit allein verbracht und das hat mich überhaupt nicht gestört. Alles lief wieder rund.
Doch nicht sehr lange, denn ich musste feststellen, dass mein Boss zwar echt cool, aber wirklich, wirklich aufbrausend war, sodass es nicht selten vorkam, dass ich oder meine Kollegen in der Küche an geschrien wurden. Und naja, wer mich kennt, weiß ja, dass ich auch ein ganz schön hitziges Temperament habe, sodass es nicht nur einmal ordentlich zwischen uns geknallt hat. Privat haben wir uns echt gut verstanden, nur leider auf der Arbeit nicht. So kam es dann, dass ich mich nach einer neuen Auseinandersetzung entschieden habe, mir etwas neues zu suchen. Wirklich ruhig bin ich dann zu ihm gegangen und habe ihm erklärt, dass ich denke, dass es besser wäre, wenn ich mich nach einem neuen Job umschauen sollte, weil es offensichtlich nicht so wirklich funktioniert, wenn ich weiterhin für ihn arbeite. Darauf hin ist es ganz ausgerastet und hat mich direkt nach Hause geschickt. Das hat mir nochmal gezeigt, dass es eindeutig die richtige Entscheidung war. Am nächsten Tag bin ich dann noch einmal hin und wir haben in Ruhe miteinander gesprochen, er hat sich entschuldigt und mir auch erklärt, dass das absolut nichts mit meiner Arbeit zu tun hat und ich wirklich eine echt gute Kellnerin bin, wir aber einfach beide zu impulsiv und aufbrausend sind um weiterhin zusammen zu arbeiten. Damit konnte ich leben. Ich hatte zu dem Zeitpunkt auch schon genug gespart, um mich in Ruhe nach einem neuen Job umzusehen. Die nächsten zwei Wochen habe ich echt genossen. Ich habe nochmal super viel eot mit Julia verbracht, die mir innerhalb der vergangen zwei Monate richtig ans Herz gewachsen ist, habe viel Serien und Filme geschaut und wirklich nur gemacht, worauf ich Lust hatte. Meine Jobsuche habe ich nicht ganz so ernst genommen und immer mal nur so ein bisschen was gemacht.
Meinen Geburtstag habe ich dann mit Freunden im Hostel gefeiert u d auch ein paar Leute von der Arbeit kamen vorbe. Nicht spannend aber super schön. Vor allem über die Pakete von zu Hause habe ich mich wahnsinnig gefreut.
Einer der traurigsten Tage kam dann, als ich mich von Julia verabschieden musste. Nach dem zwei Monaten sind wir so gut befreundet, dass ich mir einfach nicht mehr vorstellen konnte, dass sie nicht mehr da ist.
Aber auch den Abschied habe ich irgendwie über lebt, obwohl sie mir echt ganz schön fehlt.
Am Samstag habe ich auch meinen neuen Job begonnen. Ich bin wieder als Kellnerin in einem diesmal sehr feinen Restaurant unterwegs. Das bedeutet für mich schwarzes Kleid zur Arbeit, Haare hoch gesteckt und ein bisschen mehr Make-up als sonst, aber damit kann ich ganz gut leben.

Also meine Lieben, wie ihr feststellen konnte, ich hatte eine Menge Auf und Abs, mir geht es aber jetzt gerade wieder super gut. Und um euch noch eine kleine Neuigkeit mitzugeben, ich habe mich entschieden, nach Neuseeland für ein weiters Jahr nach Australien zu gehen.

Ich verspreche, mit den nächsten Updates werde ich nicht so lang warten und ein paar Bilder kommen auch bald.
Ich hab euch lieb! Und genießt den Sommer, bei mir hier wird es langsam echt kalt und es regnet wahnsinnig viel...

13.6.16 19:29

Letzte Einträge: Letzter Halt: Kaitaia, Mal ein paar Bilder, Uuuuups

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