Going to Samoa

Ihr Lieben,

ich lebe noch! Da auf Samoa mein Handy ueberhaupt nicht funktioniert hat, werde ich euch jetzt gebuendelt erzaehlen, was wir so erlebt haben. Wir sind am Montag, den 29.02 losgeflogen und waren am 10.03 wieder zurueck in Auckland. 

Karla, eine liebe Freundin, hat uns um 14 Uhr zum Flughafen gebracht. Als wir 15:45 zum Boarding wollten, fiel uns auf, dass auf unserem Boarding Pass keine Gate-Nummer steht. Wir sind also zum Gate in Richtung Apia gegangen, bis uns auffiel, dass das irgendwie schon zu ist. Also sind wir gerannt. Das war aber das falsche Gate. In dem Moment war uns klar, dass wir noch 10 Minuten haben, um ans andere Ende des Flughafens zu kommen. Wir sind gerannt, ich glaube so schnell und so lange bin ich seit der Schule nicht mehr gerannt. Völlig kaputt, mit Atemnot und Krämpfen sind wir am richtigen Gate angekommen. Natürlich ging das Boarding erst eine halbe Stunde los. Immerhin hatten wir noch Zeit, wieder runter zu kommen.
Der Flug war für mich ziemlich anstrengend, weil ich kaum Platz hatte und beide Damen neben mir sehr kräftig waren. Und die Landung war ein bisschen unsanft.
In Samoa angekommen hat uns erstmal die Hitze umgehauen. Es war selbst nachts so krass warm, dass wir uns erstmal umziehen mussten.
Mit dem Taxi sind wir dann zum Hotel gefahren, sodass wir schon mal einen kleinen Eindruck von der Insel bekommen konnten. Völlig fertig sind wir dann nur noch ins Bett gefallen!Wetter: bewölkt, ab und zu mal Sonne

Das erste Hotel hier in Apia ist wirklich voll in Ordnung, alles ist echt sauber. Wir hatten zwar über Nacht einen Salamander oder ähnliches als Mitbewohner, aber der blieb in seiner Ecke, also alles kein Problem. Am morgen sind wir dann von einem Hahn geweckt worden und zum Frühstück gegangen. Danach hatte ich ungefähr 20 neue Mückenstiche.
Um mal ein bisschen was über Samoa in Erfahrung zu bringen, sind wir in die Innenstadt gelaufen und mussten uns echt viele Sprüche anhören, wobei 'Nice Tits' noch harmlos war. Tatsächlich waren nicht viele 'Weiße' in der Stadt unterwegs, wodurch wir zwei noch auffälliger waren. Als wir uns dann daran gewöhnt haben, sind wir in eine Touristeninformation, zur Autovermietung und zur Bank gegangen. Zurück im Hotel waren wir nur am Pool und haben gar nichts gemacht. Obwohl die Wolken echt dicht waren, sind wir am ersten Tag schon ordentlich braun geworden. Die Sonne geht hier super schnell unter und dann ist es auch dunkel, weil die Stadt kaum beleuchtet ist, sodass wir an unserem ersten Abend schon um 21:30 Uhr geschlafen haben.

Apia, die Hauptstadt Samoas ist super klein, hat aber alles, was eine Stadt braucht. Die Leute hier sind freundlich, belächeln uns Touristen aber auch, wir wurden auch als hässlich betitelt, weil die Damen sicher nicht damit gerechnet haben, dass wir auch Englisch verstehen. Wir fallen mit unserer weißen Haut schon sehr auf. Auch unsere Körperbau unterscheidet sich, denn die Frauen hier sind sehr kräftig und groß.
Die Taxifahrer sind extrem aufdringlich, und bieten jeden Dienst an, erwarten aber auch immer ordentlich Geld. Trotz allem sind wir gut angekommen. Es gibt hier sehr viele Straßenkatzen und Hunde, die aber erstaunlich gesund aussehen. Elli hat mir verboten, eine Babykatze mitzunehmen

Am naechsten tag sind wir nach dem Frühstück los, um unser reserviertes Auto abzuholen. Das ist hier super easy, aber auch nicht so ganz sicher, denn eine Versicherung oder Ähnliches gibt es hier nicht. Wir sind also ins Auto gestiegen und losgefahren. Unser Ziel war die Ostküste. Die zwei Stunden lange Fahrt, führte und über Berge, durch Wälder und  entlang am türkisen Meer. Schon diese Ausblicke haben sich so sehr gelohnt. Überall standen Palmen, Schweine, Pferde, Bullen, Hunde, Katzen und die verschiedensten Vögel haben sind uns entgegengekommen. Die Küste war wirklich traumhaft, da sich das klare Wasser einfach in tiefschwarzen Steinen gebrochen hat. Während der Fahrt wurde uns klar, dass wir tatsächlich im Paradies angekommen sind. Als wir einen einfach zugänglichen Strand gefunden haben, sind wir direkt ins Meer, plötzlich kamen dann aber tausend Leute, die Geld haben wollten, bei denen wir uns aber nicht sicher wahren, ob die überhaupt ein Recht hatten, Geld zu verlangen, also sind wir wieder rein ins Auto und weiter gefahren. Plötzlich steckte das Auto aber im Sand fest und ein paar Jungs mussten schieben. Als dann alles wieder glatt lief und wir los konnten, haben wir einen von den Jungs vor uns laufen sehen, den haben wir dann kurzer Hand mitgenommen und zu dritt sind wir dann zum nächsten Strand gefahren. Da haben wir zu dritt 20 Tala bezahlt, was umgerechnet 7€ sind, also 2€ für jeden. Wir haben dann erstmal die Badesachen angezogen und sind ins Meer. Ich konnte nicht mehr stehen, aber trotzdem noch meine Füße und den Grund sehen. Das Wasser war so wahnsinnig klar. Wieder konnte ich einfach nur dastehen und mir die Landschaft anschauen, ohne das mir langweilig wurde. Meine neue Kamera wurde auch direkt eingeweiht und wir haben ein kleines Shooting am Strand gemacht. Außer uns war nämlich niemand am Strand. Der Italiener, Mathia, war in dem Moment auch sehr praktisch, um Bilder von uns beiden zu machen.
Dann sind wir noch ein bisschen geschwommen, haben gequatscht und Ball gespielt. Als es uns die Mittagssonne dann doch zu krass wurde, sind wir wieder ins Auto und los zum Swimming hole 'To Sua'. Dieser Platz ist echt besonders. Mitten in einer Wiese ist ein riesiges 10 Meter tiefes Loch, in dem einfach ein natürlicher Pool ist. Das Wasser war genauso klar und türkis wie der Ozean, nur ein wenig kälter. Über eine echt steile Holzleiter konnte man runter klettern und schwimmen. Das ist echt irgendwie magisch gewesen, ich habe so etwas davor noch nie gesehen. Es war echt super schön!

 


Als uns dann der Magen geknurrt hat und wir auch genug Sonne abbekommen haben, haben wir uns gegen 16:30 Uhr auf den Heimweg gemacht und Mathia noch in seinem nächsten Hostel abgesetzt.
Hier in Apia angekommen, sind wir nur schnell einkaufen gegangen, haben Abendbrot gegessen und haben den Plan für morgen gemacht.

In den naechsten Tagen haben wir es absolut entspannt angehen lassen, sind noch ein paar mal zum Strand gefahren, haben uns ganz fies verfahren, und am pool rum gelegen. 

Unser zweites Hostel war auch total schoen. Wir waren auf einem Berg in einem eigenen Bungalow mit einem wahnsinnigen blick ueber auf den Ozean mit den Haushunden vor der tuer, die auf uns aufgepasst haben.

Wie wir festgestellt haben, hat der Sonntag hat hier einen ganz besonderen Wert. Die Leute, die wir auf unserem Weg nach Apia gesehen haben, waren alle sehr schick angezogen und waren auf dem Weg in die nächste Kirche. Die ganze Stadt war wie leer gefegt und aus den unzähligen Kirchen hörte man Chorgesang. Überhaupt, hier in Samoa gibt es fast mehr Kirchen als Häuser und auch der Kontrast ist krass, denn neben den total einfachen Holzhütten wirken die Kirchen riesig und edel.
Wir hatten Glück, dass die Leute Leute in der Autovermietung so flexibel waren und uns auch am Sonntag das Auto abgenommen haben, denn wir beide haben uns natürlich keine Gedanken darüber gemacht, was hier Sonntags geht und was nicht. Ohne Probleme haben wir das Auto dann wieder abgegeben und wurden sogar zur Fähre gebracht. Es war richtig nett sich mit einem Samoaner zu unterhalten, der uns nicht die ganze Zeit an macht oder Geld von uns möchte. Wir haben viel, was uns aufgefallen ist angesprochen und auch viele Fragen beantwortet bekommen.

Am Hafen mussten wir dann zwei Stunden warten, bis die Fähre ging. Die Zeit haben wir zum Lesen und Organisieren der nächsten Tage genutzt. Die Fähre war echt ein riesen Dampfer und da der Seegang echt heftig war, waren wir beide froh, dass die Fahrt nach einer knappen Stunde vorbei war. Zehn Minuten später sind wir auch schon bei der dritten Unterkunft angekommen und waren total beeindruckt. Wir hatten eine Fale direkt am Wasser, also echt nur eine Holzhütte mit Bett auf vier Pfosten, wovon zwei im Meer standen. Es gab keinen Sandstrand aber dafür einen großen Steg, auf dem wir super liegen konnten. Das Wasser war auch hier türkis und klar bis auf den Grund.
Das Bad war in einer anderen Hütte und die Zähne haben wir uns unter freiem Himmel im Wald geputzt. Es war echt ein ziemlich cooles Gefühl. Es gab auch kein warmes Wasser, aber das brauchte man bei der Hitze auch nicht. Nur die Mücken waren echt anstrengend. Ich war sofort völlig zerstochen.
Nach einem kleinen Abendbrot sind wir dann auch ins Bett gegangen. Mit Meeresrauschen und den Geräusch von Regen aufdem Dach sind wir auch direkt eingeschlafen.

Da das Frühstück wieder inklusive war, haben wir am morgen erstmal ordentlich reingehauen. Da man das Leitungswasser hier nicht trinken sollte, das Wasser im Restaurant aber viel zu teuer war, sind wir zum nächsten Supermarkt gelaufen und haben uns mit Wasser und Snacks eingedeckt.
Da uns das Hotel so gut gefallen hat, haben wir entschieden auf die Touren, die wir geplant haben, zu verzichten und das Meer dort zu genießen. Außerdem war das billiger. Wir haben uns Kajaks und Schnorchelzubehör im Hotel geliehen und sind losgepaddelt. Zum schnorcheln gab es leider nicht viel, weil das Wasser nicht tief genug war. Ein zwei Fische und das war es dann auch schon. Wir haben es richtig genossen, einfach auf dem Meer zu seinen, die Sonne auf der Haut zu spüren und nichts zu machen. Ich war auch echt froh, dass ich mal nicht Auto fahren musste, (in den letzten Tagen sind schon so 800km zusammen gekommen) und zum Mittag auch mal einen Cocktail trinken konnte. Den Mittag und Nachmittag haben wir wirklich nur auf dem Steg verbracht. Wenn es uns zu heiß wurde, sind wir ins Meer gesprungen und dann haben wir uns wieder hingelegt und uns weiter gesonnt. Wir haben tatsächlich gar nichts gemacht. Ich habe ab und zu Krabben beobachtet, die Viecher sind echt spannend zu beobachten, oder gelesen. Nach dem Abendbrot sind wir auch relativ schnell in Bett, denn so ein Tag nichts tun, ist echt anstrengend. Außerdem kann man hier abends auch nichts machen. Draußen wird man von den Mücken attackiert und langweilig ist es auch, da wir ja fast überall die einzigen Gäste waren. 

 

Um in unser nächstes Hotel zu kommen, hatten wir zwei Möglichkeit. Die erste war ein teures Taxi und die zweite der Bus. Die Busse hier sind quietschbunt, haben verrückte Namen und super laute Musik. Da man sich hier aber auf keinen Fahrplan verlassen kann, sind wir direkt nach dem Frühstück ausgecheckt. Uns wurden dann auch drei Zeiten gesagt, zu denen wir zum Markt gehen sollten und wir haben uns für die früheste entschieden, um den Bus nicht zu verpassen. Also saßen wir um 8:30 Uhr vor dem Markt, um auf 'Lady Samoa' zu warten. 10:30 Uhr war der Bus dann auch da. Ich habe auch durchaus schon in bequemeren Bussen gesessen, da dieser von innen echt komplett aus Holz war. Die Leute kamen mach uns nach und haben super viel Essen mit in den Bus gebracht. Der Markt, vor dem der Bus hielt, ist auf der Insel wahrscheinlich der einzige, sodass die Leute erstmal ordentlich einkaufen gehen, wenn sie schon mal da sind. Nach einer weiteren Stunde sind wir dann endlich los gefahren. Die Fahrt an sich war nicht so spannend, die Musik war sehr traditionell, aber manchmal auch einfach nur ein Lied, dass ich auch kenne, zu einem samoanischen Remix gemacht. Aufregende wurde es nochmal kurz, als der Busfahrer in ein rechts abbiegendes Auto geknallt ist. Da hat der anderen Karre den Blinker abgerissen und auch so die Ladefläche einmal zerstört. Die beiden Fahrer haben sich kurz angeschaut und der ganze Bus hat irgendwas gerufen, dann hat der Busfahrer Gas gegeben und ist weiter gefahren. So word das hier gelöst: der Stärkere gewinnt.
Wir sind aber trotzdem lebend im Hotel angekommen, waren aber froh, nicht mehr auf den Holzbänken sitzen zu müssen.
Unser letztes Hotel ist mit Abstand das teuerste, aber auch das schönste. Wir leben wieder in einer Fale, diesmal direkt am Strand. Aufgrund des Regens mussten wir aber in eine geschlossene umziehen.
Nach einem kurzen Snack haben wir uns die Anlage angeschaut und sind voll zufrieden, es ist wieder absolut traumhaft.
Am abend hat uns das essen total überrascht. Wir haben uns gesetzt und einen Cocktail getrunken, als wir gefragt wurden, ob wir bereit zum Essen sind. Elli und Jenny sind natürlich allzeit bereit, also haben wir uns einen Teller gebracht, und das Zehg darauf war unfassbar lecker. In dem Moment haben wir auch verstanden, warum wir beim Check-in Allergien und Besonderheiten und so angeben sollten, das Abendessen war nämlich inklusive. Das hat uns richtig gut gefallen! Da können wir jetzt abends auch noch ein zweites Getränk gönnen!

Heute sind wir extra früh aufgestanden und hatten super leckeres Frühstück. Direkt nach dem Frühstück sind wir nochmal in Kajaks gestiegen und zu einer Insel gefahren, um dort zu schnorcheln. Der Weg zur Insel war kein Problem, wir sind gut vorangekommen und hatten unseren Spaß. Sehr nice waren die Schildkröten, die wir vor uns schwimmen gesehen haben. Wir sind nicht sehr nah rangekommen, aber wir können sagen, dass wir schon mal frei lebende Schildkröten unterwegs getroffen haben. An der Insel waren wir ein bisschen enttäuscht, weil der Boden total steinig war, sodass man kaum laufen, geschweige denn liegen, konnte. Aber wir sind ja zum schnorcheln gekommen und das haben wir dann auch gemacht. Leider gab es auch hier nicht so super viel zu sehen, also haben wir beschlossen noch um die Insel herum zu fahren. Das erwies sich dann aber als unmöglich, weil der Wellengang richtig hart wurde. Vor uns standen dann plötzlich Meter hohe Wellen, sodass wir durchaus Angst bekommen haben und den Rückweg angetreten sind. Der war auch besonders anstrengend, einfach weil die Wellen uns so krass zurück zur Insel gezogen haben. Nach 2 echt anstrengenden Stunden waren wir wieder im Hotel. Es hat wirklich Spaß gemacht und es tat auch gut, sich mal wieder ein bisschen körperlich zu betätigen, wieder mit einem kühlen Getränk am Strand rum zu liegen, war aber auch ziemlich gut. Nach dem Mittagessen hat sich das Wetter aber ganz schön zugezogen und als es dann anfing zu gewittern, sind wir zurück in unsrer Hütte. Nachdem wir unsere Taschen gepackt haben, haben wir gemütlich gelesen und sind zum Abendessen wieder zum Strand gegangen.

Nach einem letzten Frühstück auf Samoa-Art haben wir uns um 9 Uhr in den Bus gesetzt, der dieses Mal richtig voll wurde. Also habe ich zwischendurch mal gestanden, um meinen Platz abzugeben und Elli hat sogar auf dem Schoß einer Dame gesessen, was hier irgendwie üblich zu sein scheint. Da setzt man sich einfach auf den Schoß von jemanden, den man nicht kennt. Naja, wir hatten auf jeden Fall was zu lachen.
Da wir am Hafen dann noch zwei Stunden Zeit hatten, sind wir nochmal über den Markt gelaufen und haben etwas getrunken. Um 14 Uhr haben wir die Fähre genommen. Das war nicht schön. In meinem ganzen Leben hatte ich noch keine Seekrankheit, aber bei dem Wellengang war selbst mir echt schlecht, von Elli, die mit Reisekrankheit immer zu kämpfen hat, möchte ich gar nicht erst anfangen. Dazu kam, dass es richtig heftig zu regnen begonnen hat, sodass es auch noch irgendwie schwül wurde und die Luft echt eklig war. Nach der Stunde waren wir echt froh, von dem Schiff runter zu kommen. Mit dem Bus sind wir dann zum Flughafen gefahren, weil wir bei dem Wetter nicht wussten, was wir noch machen sollten. Also haben wir von 15-22 Uhr am Flughafen gewartet, noch ein paar Souvenirs gekauft, gelesen und geschlafen, bis dann um 22:15 unser Flug nach Auckland ging. Zurueck in Neuseeland habe ich mich ploetzlich so zu hause gefuehlt, dass ich richtig froh war, wieder hier zu sein, zurueck im Frienz-Hostel, mit all den Chaoten, die ich 10 Tage lang doch irgendwie vermisst habe. 

 

 

19.3.16 12:22

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