Der Alltag hat mich eingeholt

Meine Lieben, bevor ich beginne: Das ist meine erste Erfahrung mit einer englischen Tastatur, Z und Y werden wohl ein paar mal vertauscht sein. Auch die Umlaute gibt es ja nicht. Manchmal muesst ihr euch die zwei Punkte einfach dazu denken.Okay, dann fange ich mal richtig an.Mir geht es gut!Wie ich auch schon in meinem letzten Eintrag geschrieben habe, ich haenge halt wieder in einem Alltag fest. Ich gehe jeden Tag von 12 bis 15 Uhr arbeiten und habe dann zwei Stunden Pause. Die verbringe ich fuer gewoehnlich hier im Hostel mit Elli. Bei schoenem Wetter sitzen wir auf dem Rooftop und geniessen die Pizza (die ich ja immer umsonst bekomme) in der Sonne, oder bei schlechtem Wetter in der Kueche.Dann muss ich gegen 17 Uhr wieder auf zur Arbeit. Wenn ich dann um 21:30 Uhr Feierabend habe, ist Elli meistens arbeiten, sodass ich erstmal auf's Rooftop schaue, wer so da ist und wie die Stimmung ist. Dann sitzen wir da, und trinken vielleicht ein Bier, quatschen und hoeren Musik. Da das Top aber gegen 22 Uhr geschlossen wird, zerstreut sich die Gruppe schnell. Die meisten gehen dann in den Park und trinken da weiter. Ich vernuenftiges Wesen mache das nur selten, weil ich am naechsten Tag fast immer arbeiten muss. Meistens sitzte ich auf der Treppe vor dem Hostel, nutzte das Wlan auf der Strasse und warte bis Elli ihre Pause hat. Ich bin da aber auch nie allein, weil die Raucher sich dort immer ueber den Weg laufen. Wenn Elli dann gegen 0:30 Uhr Pause hat, schnacken wir noch kurz und dann gehe ich auch schon ins Bett um wieder um 10 Uhr aufzustehen.Es kommt aber auch vor, dass ich nach der Arbeit mit Kollegen, Freunden oder Elli einfach feiern gehe. Ich sehe dann zwar immer aus, wie der letzte Assi, aber darauf kommt es hier und vor allem mir echt nicht an. Ich musste festellen, dass einfach mal tanzen nach der Arbeit den Kopf richtig frei macht.Und dann ist irgendwann Sonntag - mein freier Tag. Sonntags ist Waschtag! Aufstehen, fruehstuecken und Waesche waschen. Den Sonntag halte ich mir oft frei, um zum Beispiel meinen Blog zu schreiben, shoppen zu gehen oder bei schoenem Wetter auch mal an den Strand zu fahren. Aber die Woche schafft mich auch immer ganz schoen, sodass die Energie jetzt nicht unbedingt aus mir spruddelt Diesen Sonntag nutzte ich, um euch mal ganz detailiert ueber meine Erkenntnisse, Erfahrungen und Erlebnisse hier in Auckland, im Hostel und ganz weit weg von zu Hause zu berichten.1. Welche Unterschiede gibt es zwischen Auckland und Berlin?Die Menschen! Wow, die Kiwis und Backpacker sind einfach viel freundlicher, hilfsbereiter und interessiert an dem, was du so treibst, als ich es mir vorstellen haette koennen. Aus einer Frage nach dem Weg wird ein Gespraech, an der Kasse haelt man noch einen kuerzen Plausch und jedes Gespraech wird mit der Frage "Wie geht es dir" eingeleitet, selbst wenn ich nur nach Feuer gefragt werde. Es macht echt Spass sich mit Fremden zu unterhalten. Das ist hier einfach ganz normal.Auf der Strasse geht es auch ganz anders zu. Der Verkehr ist wahnsinning wenig. Ueberhaupt sind weniger Menschen, Autos oder gar Hunder unterwegs (ich habe in fuenf Wochen genau zwei Hunde in der stadt gesehen). Auckland hat eine Bevoelkerung von 1,5 Millionen und ich frage mich, wo die alle sind. Einzig an den Ampeln haeufen sich die Menschen. Das ist hier namlich voll cool, da alle Fussgaengerampeln zeitgleich gruen werden. Man kann an grossen Kreuzungen also einfach querfeldein laufen. Was hier aber auffaellig ist, sind die viele Obdachlosen. Ja, in Berlin gibt es leider auch sehr viele oberdachlose Menschen. Das ist wohl in jeder Grossstadt so. Krass ist hier nur der Umgang mit Drogen, vor allem harte Drogen wie Crystal Meth. Die zunden sich hier ihre Crackpfeiffe einfach vor dem Countdown an. Das ist normal. Am Anfang hat mich das echt schockiert, aber man gewoenht sich ja an alles...Abgefahren ist auch, dass man hier in Auckland tatsaechlich ueberall auf der Strasse W-Lan hat. Jeder Shop, jedes Cafe bietet einen W-lan-Zugang an. Aber bei den Preisen ist das auch das Mindeste Zum Essen kann ich nur sagen, dass es der gleiche Mist ist, wie zu hause, nur dass es hier kaum normale Restaurants gibt, sondern FoodCourts, wie das Ding, in dem ich arbeite. Und Sushi und allgemein die asiatische Kueche ist hier viel starker vertreten. Die Entfernung ist ja auch nicht so gross..Aber alles in allem ist es doch dem leben in Deutschland wahnsinnig aehnlich. 2. Das Leben im HostelDas Hostelleben ist gar nicht so schlimm, wie es sich immer alle vorstellen, zumal ich ja eh kaum "zu Hause" bin. Fuer die, die noch nie in einem Haostel waren: Ein Hostel hat fuer gewoehnlich eine Gemeinschaftskueche, in dem alles noetige Material bereit steht, also Pfannen, Toepfe und sowas. Dann gibt es immer Platz, um seinen privaten Kram zu verstauen, zum einen in Schraenken zum anderen in Kuehlschraenken. Dann kommt man in die Etagen und hat sein Zimmer, da ist zwischen dem teuern Einzelzimmer und dem billigen 14-Bett-Zimmer alles dabei. Da hat man dann sein Bett und einen kleinen Schrank (eher wie ein Safe), in dem man sein wichtiges Zeug einschliessen kann. Pro Etage gibt es dann ein Bad fuer Maedchen und eins fuer Jungs. Je nach dem, wie viele Leute pro Etage wohnen gibt es pro Bad 2-3 Toiletten und Duschen. Das ist aber nicht wie im Schwimmbad, sondern man kann seine Dusche schon auch zuschliessen und sich die Zeit nehemn, die man braucht. Dann gibt es immer irgendwo Waschmaschinen und Trockner, die man aber naturlich bezahlen muss. Und ein Rooftop ist auch fast immer dabei.Was mich wirklich nervt ist, dass es nie genug Steckdosen gibt. In dem ersten Hostel, in dem wir waren, gab es eine Steckdose auf vier leute. Man, das war vielleicht kompliziert, aber meine Powerbank ist echt mein bester Freund geworden, die lade ich immer auf der Arbeit und kann damit dann nachts mein Handy laden. Aber dafuer bin ich nie allein, wenn ich nicht allein sein will. Nach der Zeit, die wir nun in dem Hostel sind, hat man sich dann doch mit der einen oder anderen Person angefreundet, man trifft sich irgendwo im Hostel, schnackt kurz, raucht eine oder Aehnliches. Irgendwo ist immer was los. Wenn ich dann aber doch mal meine Ruhe brauche, lege ich mich einfach in mein Bett, mache mir Musik an oder lese. In meinem Zimmer geht es schon sehr unpersoenlich zu, da der grossteil der Leute eh immer nur fuer ein oder zwei Naechte bleibt. Ich habe mittlerweile aufgehoert, mich vortzustellen. Die sind morgen eh wieder weg. Und wenn dann doch mal jemand laenger bleibt, unterhaelt man sich einfach irgendwann. Daurch konnte ich schon so viel ueber andere Laender und Kulturen lernen. Hier in den Hostels treffen sich Menschen von ueberall. Ob Venezuela oder Suedafrika. Das ist wirklich ziemlich cool. Nach fuenf Wochen hier habe ich aber schon ungefaehr hundert Mal erzaehlt, wo ich herkomme, was ich noch vor habe und was ich mache. Das macht dann einfach keinen Spass mehr, also bin ich Leuten, die gerade eingecheckt haben eher reserviert gegeueber.Die bloeden Momente sind dann die, wenn du dich wirklich mit jemandem angefreundet hast, die Person dann aber in einer Woche weiterreist. Das wurde fuer mich bisher zwei mal richtig traurig. Die Chance, dass man sich doch nochmal wiedersieht ist so wansinning gering, dass es meistens ein Abschied fuer immer ist. Hat man dann aber erstmal eine Gruppe gefunden, macht man sich darum keinen Kopf mehr. Ich komme nach der Arbeit nach hause und weiss, wo ich wen finde, quatsche ueber meien Tag oder sowas. Es ist wirklich langsam NORMAL hier im Hostel zu leben.Besonders schoen ist es auch, wenn man nichtsahnend nach der Arbeit nach hause kommt und sich zwei Menschen im Bett ueber dir sehr sehr lieb haben. Das sind Situationen, da weiss ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Meistens lache ich, schnappe mir mein Handy und gehe eine Rauchen. Sollen sie doch ihren Spass haben. Viele Situationen in dennen man wirklich ungestoert ist, gibt es ja nun nicht wirklich in einem 14-bett-Zimmer. Wenigstens sieht man am naechsten Tag nichts mehr davon, weil ungefaer eine Million mal am Tag sauber gemacht wird. Das ist zwar super und sicher auch notwendig, aber auch echt anstrengend. Ich will duschen - das Bad wird sauber gemacht, ich will fruehstuecken - die Kueche wird sauber gemacht...aber mittlerweile weiss ich, wann ich esse sollte, wann ich in den vierten Stock fahren muss, um in Ruhe aufs Klo zu gehen und wann ich aufstehen sollte, um mir noch schnell die Zaehne putzen zu koennen.Trotz allem liebe ich mein Hostelleben. Die ganzen nervigen Sachen sind auch wirklich echt nervig, aber die Erfahrungen, die ich hier sammeln kann und all die menschen die ich getroffen haben und treffen werde, entschaedigen das einfach. 3. Wie habe ich mich veraendert?Erstmal rein optisch nicht so sehr. Ich habe jetzt angefangen meine Ohren zu dehnen, bin aber noch ganz am Anfang. Und ich habe einen Termin fuer meine Dreadlocks gemacht Vor allem ist mir aber aufgefallen, dass ich es richtig geniessen kann, hier einfach mal einen Tag fuer mich zu sein, meine Dinge zu machen. Ich brauche einfach nicht 24/7 Leute um mich herum. Und auch wenn ich wirklich mal niemanden im Hostel treffe, macht mir das nichts. Ich kann echt gut mit mir allein sein.Dann habe ich festgestellt, dass man einfach auch ohne viel Geld ordentlich feiern kann. Da fast jeder Backpacker das gleiche Problem hat und einfach keine Kohle hat, findet man immer einen Weg zu feiern ohne Geld zu brauchen. Dann ist es total abgefahren zu sehen, dass Deutschland hier echt viel vertreten ist, ob es das Bier, Frankies Wuerstchenbude oder Dr. Scholl ist. ich finde immer deutsche Produkte, und auch, wenn ich erzaehle, ich komme aus Deutschland, sind die leute voll faziniert. Ich hatte angst, auf Vorurteile zu treffen, aber das ist echt nicht mehr so. Ich werde nicht als Nazi beschimpft oder mit so bloeden Stereotypen verglichen. Selbst den Kiwis ist klar,dass das, was aus Deutschland kommt von guter Qualitaet ist 4. Was vermisse ich?Ganz klar, ein gutes frisches Sonnenblumkernbrot!!!!! Wenn man mal genauer sucht, findet man auch Brot, was sich auch Brot nennen darf, aber es ist immer sehr weich und nur getoasted lecker. Also esst bitte ganz viel Brot und denkt an mich. Und der Berliner Doener fehlt mir auch Den Doener hier kann man nicht mal Doener nennen, kostet 12$ und ist einfach kein Doener. Ein Rossmann oder DM wuerde meiner Seele auch gut tun. Einfach so ein kleiner Luxus wie Peeling oder Bodylotion, durch die Regale stoebern, an allem riechen und dann doch das billigste kaufen. Das fehlt mir. Hier ist das halt alles super teuer, die Auswahl winizig und nur so Markenzeug...Sonst sind es nur so Kleinigkeiten, wie ein Foen oder genau das eine Paar schuhe, dass ich naturlich nicht mitgenommen habe. Aber dann kommt man doch irgendwie ohne aus. Eigentlich sind diese materiellen Dinge hier ganz weit weg von zu Hause eh nicht mehr wichtig. Kochen hier im Hostel macht einfach keinen Spass, weil man ganz grundlegende Dinge wie Mehl oder Gewuerze neukaufen muss. Dann kauft man das, benutzt es einmal und muss es im Hostel lassen oder mitschleppen, beide Optionen sind irgendwie bloed. Also selbst das einfachste Gericht sollte gut ueberlegt sein...Mama, wenn du das liest, ich freue mich jetzt schon irre auf dein Essen. Mein Wunschgericht der Woche: Koenigsberger Klopse und zum Nachtisch Rote Gruetze mit Vanillesosse...oh ja, das waere jetzt was feines. Wo wir grad dabei sind, ich muss mich mal um mein Abendbrot kuemmern. Pizza oder Burger King, die Welt steht mir offen...Ihr Lieben, ich hoffe, dass es euch allen gut geht, ihr ab und zu an mich denkt und mir bescheid gebt, wenn was spannendes passiert ist Ich hab euch lieb und verspreche mal wieder oefter von mir hoeren zu lassen und ,meinen Blog zuverlaessiger zu aktualisieren.Fuehlt euch fest umarmt!

13.12.15 05:24

Letzte Einträge: Letzter Halt: Kaitaia, Mal ein paar Bilder, Uuuuups

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Shannnnicccceew (13.12.15 10:09)
Hallo Jenny-Pups
So schön von dir zu hören. Du fehlst hier sehr!!! Ich denke oft an uns "drei" zurück schön zu wissen das du dich dort wohl fühlst und du anschluss gefunden hast.das mit den ihre dehne ist der Hammer.laura und ich sind auch fleißig dabei, wobei Laura schon um einiges weiter vor liegt mit ich glaube 10mm.DREADS<3 jaaaaaaaaaaaa super bitte schicke Bilder zieh das durch mega gut . Wurd dir klasse stehen.martin hat auch seit circa 2wchen.ich soll dich lieb grüßen. ... Also Jenny ich freu mich u glaublich für dich und lese immer fleißig du fehlst ganz doll.fühl dich geknutscht und umarmt. Hier in Berlin sollte eigentlich Winter sein --- aber der schnee lässt auf sich warten .... Mehr kann nicht sagen ... Katzenknutscha und Regenbogen konfetti <3

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen